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💥Warum Stress oft der wahre Auslöser für Durchfallschübe & Magenprobleme ist – und Akzeptanz heilen kann 🙏🏻

Warum Stress, gesellschaftliche Erwartungen und fehlende Akzeptanz unsere Hunde krank machen ⤵️


Wir leben in einer Zeit, in der Hunde mehr denn je geliebt werden – und gleichzeitig mehr denn je überfordert sind. Noch nie wurde so viel trainiert, optimiert, begleitet und kontrolliert. Noch nie war das Wissen über Hunde so groß. Und doch sind chronische Erkrankungen wie Durchfall, IBD oder immer wiederkehrende Magen-Darm-Probleme heute allgegenwärtig.


Das wirft eine unbequeme Frage auf: Was, wenn wir an der

falschen Stelle suchen?

Denn chronischer Durchfall ist selten ein Zufall. Und er ist oft nicht nur ein Futterproblem. Sehr oft ist er Ausdruck eines Körpers, der über lange Zeit gelernt hat, im Stress zu leben – weil er sich an eine Welt anpassen muss, die nicht zu ihm passt.


Auch Hunde stehen unter einem gesellschaftlichen Erwartungsdruck

Wir sprechen viel über Leistungsdruck bei Menschen. Über Anpassung, Funktionieren, „Normalität“. Über das ständige Gefühl, nicht richtig zu sein, wenn man sensibel, unsicher, langsam oder emotional ist.


Wir wissen heute, wie sehr chronischer Stress den menschlichen Körper krank macht – und wie eng Psyche und Darm miteinander verbunden sind.


"Bei Hunden denken wir diese Zusammenhänge oft nicht zu Ende."

Auch sie leben in einem klaren gesellschaftlichen Rahmen.

Sie sollen freundlich sein, belastbar, sozial, unauffällig.


Sie sollen in jede Situation passen, sich überall mitnehmen lassen, ruhig bleiben, nichts infrage stellen. Sie sollen bitte möglichst wenig Bedürfnisse haben, die unbequem sind.


Ein Hund, der überfordert ist, gilt schnell als „schwierig“. Ein Hund, der Stress zeigt, als „nicht gut genug sozialisiert“. Ein Hund, der krank wird, als „sensibel“ – so, als wäre das ein Makel.


Dabei ist Sensibilität keine Schwäche. Sie ist ein Nervensystemtyp.


Wenn Hunde nicht so leben dürfen, wie sie sind

Viele Hunde heute leben ein Leben, das nicht zu ihrem inneren Wesen passt.

Die Erwartungen sind hoch: Sie sollen souverän sein, sozial, belastbar, jederzeit ansprechbar, freundlich zu jedem Menschen und kompatibel mit jedem Hund. Unsicherheiten, Ängste oder Überforderung haben in diesem Bild kaum Platz.


Doch Hunde sind Individuen. Sie bringen Erfahrungen mit, Prägungen, manchmal auch tiefe Verletzungen. Ein Hund mit Deprivationsschaden, schlechter Sozialisierung oder traumatischen Erlebnissen wird nie dieselbe Stressverarbeitung haben wie ein unbeschwerter, stabil aufgewachsener Hund. Und das ist keine Schwäche – es ist Biologie.


Das Problem entsteht dort, wo wir versuchen, diese Individualität wegzutrainieren.


Wo wir glauben, mit genug Training, genug Konfrontation und genug „Aushalten“ ließe sich jeder Hund in eine gesellschaftlich akzeptierte Form pressen.

Der Körper macht dabei oft früher schlapp als der Mensch bereit ist hinzuschauen.


Der Irrglaube, man könne alles wegtrainieren

Unsere Gesellschaft liebt Lösungen. Trainingspläne. Konzepte. Fortschritte. Auch im Hundebereich. Doch nicht alles lässt sich wegtrainieren. Nicht jede Geschichte lässt sich überschreiben. Nicht jedes Nervensystem lässt sich „robust machen“.

Ein Hund mit Deprivationsschaden, mit schlechten frühen Erfahrungen oder anhaltender Überforderung wird nie ein durch und durch souveräner Hund sein.


Und das ist kein Scheitern – weder seines noch unseres. Es ist eine Realität, die angenommen werden will.


Das Problem entsteht dort, wo wir diese Realität nicht akzeptieren. Wo wir weiter optimieren, konfrontieren, vergleichen. Wo wir glauben, es liege an uns, „noch nicht genug gemacht“ zu haben.


Dabei liegt der Schlüssel oft nicht im Mehr, sondern im Weniger.


Meine Erfahrung: Gesund wurde Dave erst, als ich aufgehört habe zu kämpfen


Ich habe lange geglaubt, ich müsste Dave helfen, indem ich ihn verändere.


Indem ich ihm beibringe, mehr auszuhalten. Indem ich ihn „fit für die Welt“ mache.

Wir haben trainiert, angepasst, reflektiert.

Doch der wirkliche Wendepunkt kam erst, als ich aufgehört habe, gegen seine Natur zu arbeiten.


Ich habe akzeptiert, dass er Verhaltensprobleme hat. Dass sein Nervensystem schneller kippt. Dass er nie 100 % souverän sein wird. Und dass das nicht bedeutet, dass er ein schlechtes Leben führen muss – im Gegenteil.


Ich habe begonnen, unser Leben so zu managen, dass es für uns beide stressarm ist. Ich habe Dinge gestrichen, die ihn krank machen. Nicht, weil ich aufgegeben habe, sondern weil ich Verantwortung übernommen habe.


Mit dieser Akzeptanz kam Ruhe. Und mit der Ruhe kam Stabilität. Nicht perfekt. Aber tragfähig. Und vor allem: gesundheitsfördernd.


Nicht alles, was gesellschaftlich als „wichtig“ gilt, ist sinnvoll

Warum sollte ich meinen Hund in große Social Walks mit vielen fremden Hunden und Menschen schicken, wenn ich weiß, dass genau das sein Stresslimit sprengt? Warum sollte ich Situationen erzwingen, die ihn regelmäßig in einen gesundheitlichen Rückfall bringen?


Nur damit es nach außen „gut aussieht“?

Was haben wir davon, wenn wir unseren Hund gesellschaftsfähig machen – aber krank? Was gewinnt der Hund dabei?

Manchmal ist der mutigste Schritt, sich gegen Erwartungen zu stellen. Gegen Trends. Gegen gut gemeinte Ratschläge. Und stattdessen dem eigenen Hund zuzuhören.


Akzeptanz ist kein Aufgeben, sondern der Beginn von Heilung


Akzeptanz bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren oder Entwicklung aufzugeben.

Sie bedeutet, ehrlich hinzusehen. Zu erkennen, was ein Hund leisten kann – und was nicht. Stress konsequent zu reduzieren, statt ihn schönzureden.

Das Leben an den Hund anzupassen, nicht umgekehrt.


Viele Hunde werden nicht krank, weil sie „zu sensibel“ sind. Sie werden krank, weil ihre Sensibilität keinen Platz haben darf.


Doch genau dort, wo wir aufhören zu verbiegen, entsteht Raum für Regulation.

Für Sicherheit. Für Gesundheit.


Chronischer Durchfall ist oft kein reines Futterproblem. Er ist ein Beziehungsthema. Ein Nervensystem-Thema. Ein Zeichen dafür, dass etwas im Leben des Hundes dauerhaft zu viel ist.


Und vielleicht beginnt echte Heilung genau dort, wo wir den Mut haben, unseren Hund so anzunehmen, wie er ist – nicht wie wir ihn gerne hätten.




















 
 
 

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